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Schachtfutter

Schachtfutter sind Einbauteile für den wasserdichten und gelenkigen Anschluss von Rohrleitungen an Betonschächte und andere Betonbauwerke. Sie werden in die Betonwand einbetoniert und ermöglichen durch die passende Rohrdichtung einen nicht starren Anschluss zwischen Rohrleitung und Bauwerk.

Je nach Rohrsystem befindet sich die Dichtung im Schachtfutter oder auf dem Spitzende des anzuschließenden Rohres. Sie dichtet den Übergang zwischen Rohr und Schachtfutter ab. Zusammen mit der wasserdichten Einbindung des Schachtfutters in den Beton entsteht so ein Rohranschluss für Schacht- und Kanalsysteme, deren Dichtheit nach DIN EN 1610 geprüft wird.

Schachtfutter werden je nach Rohrsystem und Nennweite aus Kunststoff oder besandetem GFK gefertigt. Es gibt Ausführungen mit und ohne Rohranschlag sowie zahlreiche Standard- und Sonderbaulängen.

Warum ist der Rohranschluss am Schacht gelenkig?

Das Schachtfutter selbst wird fest und unbeweglich in die Betonwand einbetoniert. Die notwendige Beweglichkeit entsteht zwischen dem Schachtfutter und dem angeschlossenen Rohr. Dazu ist der Innenbereich des Schachtfutters zum Rohreinschub hin erweitert beziehungsweise kegelförmig ausgeführt. Das Rohr kann sich dadurch innerhalb des vorgesehenen Bewegungsbereichs gegenüber dem Schachtfutter leicht abwinkeln.

Diese gelenkige Verbindung ist aus mehreren Gründen wichtig. Rohrleitungen treffen in der Praxis nicht immer vollkommen gerade und fluchtend auf einen Schacht. Darüber hinaus können sich Rohrleitung und massives Schachtbauwerk durch Setzungen oder andere Bewegungen im Baugrund geringfügig gegeneinander bewegen. Ein gelenkiger Anschluss ermöglicht es, solche Bewegungen innerhalb des vorgesehenen Bereichs aufzunehmen, ohne dass das Rohr unmittelbar starr an der Schachtwand belastet wird.

Zusätzlich müssen die zulässigen Maßtoleranzen der angeschlossenen Rohre berücksichtigt werden. Der tatsächliche Rohraußendurchmesser kann innerhalb der für das jeweilige Rohrsystem zulässigen Toleranzen variieren. Die Dichtung muss deshalb sowohl unterschiedliche Rohraußendurchmesser als auch leichte Abwinklungen und Bewegungen aufnehmen können, ohne dass die sichere Abdichtung des Rohranschlusses beeinträchtigt wird.

Welche Dichtungen werden bei Schachtfuttern verwendet?

Je nach Rohrsystem und Bauart des Schachtfutters kommen unterschiedliche Dichtungssysteme zum Einsatz. Neben der sicheren Abdichtung unterscheiden sich die Dichtungen insbesondere darin, welchen Bereich an Rohrtoleranzen und Bewegungen sie bei ausreichender Verpressung aufnehmen können.

Was bedeutet Verpressung bei einer Rohrdichtung?

Als Verpressung wird bezeichnet, wie stark die Dichtung zwischen der Rohraußenwand und dem Schachtfutter zusammengedrückt wird. Die Verpressung muss innerhalb eines vorgesehenen Bereichs liegen. Ist sie zu gering, kann die Dichtung den Übergang zwischen Rohr und Schachtfutter nicht zuverlässig abdichten. Dadurch kann die erforderliche Dichtheit des Schachtbauwerks beeinträchtigt werden und die Dichtheitsprüfung nicht bestanden werden. Im späteren Betrieb besteht zudem die Gefahr, dass Abwasser austritt und in Boden oder Grundwasser gelangt.

Ist die Verpressung dagegen zu hoch, entstehen große Kräfte auf Rohr, Dichtung und Schachtfutter. Eine zu starke Verpressung kann insbesondere beim Einschieben des Rohres zu sehr hohen Montagekräften führen und das Schachtfutter verformen oder im ungünstigsten Fall beschädigen. Die Abmessungen von Schachtfutter und Dichtung müssen deshalb so auf das jeweilige Rohrsystem abgestimmt sein, dass innerhalb der zulässigen Rohrtoleranzen eine ausreichende, aber nicht zu hohe Verpressung erreicht wird.

Lippendichtung

Lippendichtungen werden beispielsweise bei Kunststoff-Schachtfuttern für KG-Rohre eingesetzt. Die Dichtung wird in eine dafür vorgesehene Vertiefung im Schachtfutter eingelegt und dichtet beim Einschieben des Rohres zwischen der Rohraußenwand und dem Schachtfutter ab. Aufgrund ihrer vergleichsweise kompakten Bauform ist der Bereich für unterschiedliche Rohraußendurchmesser und Abwinklungen begrenzter als bei größeren Dichtungssystemen.

Keildichtung

Keildichtungen werden häufig bei Schachtfuttern aus GFK eingesetzt, kommen jedoch auch bei entsprechend ausgeführten Kunststoff-Schachtfuttern mit Rohranschlag zum Einsatz. Sie sind größer dimensioniert als Lippendichtungen und bieten dadurch einen größeren Bereich, in dem eine ausreichende Verpressung der Dichtung erhalten bleibt. Dadurch können sie größere Maßtoleranzen des Rohraußendurchmessers ausgleichen und gleichzeitig einen größeren Spielraum für Abwinklungen und Bewegungen des angeschlossenen Rohres ermöglichen.

BL-Dichtung

BL-Dichtungen werden hauptsächlich bei Schachtfuttern für Beton- und Stahlbetonrohre eingesetzt. Die Dichtung ist fest in eine dafür vorgesehene Aufnahme des GFK-Schachtfutters einlaminiert und damit Bestandteil des Schachtfutters. Beim Anschluss wird das Spitzende des Beton- oder Stahlbetonrohres in das Schachtfutter und durch die BL-Dichtung eingeschoben. Die Dichtung wird dabei zwischen Rohr und Schachtfutter verpresst und stellt den wasserdichten, gelenkigen Rohranschluss her.

Kunststoff oder GFK – welche Schachtfutter gibt es?

Schachtfutter werden je nach Rohrsystem, Nennweite und Bauform aus Kunststoff oder GFK gefertigt. Kunststoff-Schachtfutter sind in standardisierten Abmessungen und Bauformen erhältlich. Je nach Ausführung können sie mit oder ohne Rohranschlag sowie mit unterschiedlichen Dichtungssystemen ausgeführt sein.

GFK-Schachtfutter bieten insbesondere bei Sonderabmessungen und individuellen Baulängen eine hohe Flexibilität. Sie werden standardmäßig außen besandet. Die raue Oberfläche vergrößert die Kontaktfläche zum Beton und unterstützt dadurch eine dauerhaft feste und wasserdichte Einbindung des Schachtfutters in das Betonbauteil.

Für besondere Anwendungen können GFK-Schachtfutter auf Anfrage auch ohne Besandung gefertigt werden. Dies kann beispielsweise erforderlich sein, wenn das Schachtfutter in eine GFK-Schachtwand oder ein anderes GFK-Bauteil einlaminiert werden soll.

Mit oder ohne Rohranschlag – worin liegt der Unterschied?

Schachtfutter werden je nach Rohrsystem und Einbausituation mit oder ohne festen Rohranschlag ausgeführt. Beide Bauformen ermöglichen einen wasserdichten und gelenkigen Anschluss der Rohrleitung an den Schacht. Der Unterschied liegt hauptsächlich darin, wie weit das Rohr in das Schachtfutter eingeschoben werden kann und wie der Übergang zum Schachtinneren ausgebildet wird.

Bei einem Schachtfutter mit Rohranschlag wird das Rohr bis zu einem fest definierten Anschlag in das Schachtfutter eingeschoben. Dadurch befindet sich das Rohr nach der Montage in einer vorgegebenen Position. Der Auslauf des Schachtfutters kann dabei so ausgeführt werden, dass ein gleichmäßiger Übergang vom Rohr in den Schacht, das Gerinne oder den weiterführenden Kanal entsteht.

Ein Schachtfutter ohne Rohranschlag bietet mehr Freiheit bei der Positionierung des Rohres. Das Rohr kann je nach Einbausituation beispielsweise bündig mit der Schachtinnenwand enden, weiter in den Schacht hineinragen oder vollständig durch das Schachtfutter beziehungsweise durch das Bauwerk geführt werden.

Welche Ausführung verwendet wird, hängt vom Rohrsystem, der Bauform des Schachtfutters und der jeweiligen Einbausituation ab. Schachtfutter mit und ohne Rohranschlag sind sowohl als Standardausführungen als auch – je nach Rohrsystem – in individuellen Sonderausführungen erhältlich.