Steinzeug-Drittelschalen werden zur nachträglichen Auskleidung von Gerinnesohlen in langen Betongerinnen eingesetzt. Dabei bleibt das eigentliche Gerinne aus Beton bestehen und wird im dauerhaft wasserführenden Bereich mit einer widerstandsfähigen Oberfläche aus Steinzeug versehen.
Im Unterschied zu einer Viertelschale beschränkt sich die keramische Auskleidung nicht nur auf einen schmalen Bereich am tiefsten Punkt der Gerinnesohle. Durch ihre 120°-Geometrie reicht die Drittelschale weiter in Richtung der Gerinnewangen und schützt dadurch einen größeren Bereich des Gerinnequerschnitts.
Damit eignet sich die Drittelschale besonders für Gerinne, bei denen eine breitere Steinzeugauskleidung im wasserführenden und mechanisch beanspruchten Sohlenbereich gewünscht ist, ohne das gesamte Gerinne mit Steinzeug-Halbschalen auszukleiden.
Drittelschalen entstehen durch die Dreiteilung eines Steinzeugrohres. Die beiden seitlichen Kanten bilden einen Winkel von 120°. Dadurch umfasst die Steinzeugoberfläche neben dem tiefsten Punkt der Gerinnesohle auch die angrenzenden seitlichen Bereiche.
Gerade bei wechselnden Wasserständen oder größeren Abflussmengen beschränkt sich die Beanspruchung eines Gerinnes nicht ausschließlich auf den tiefsten Punkt. Mit der breiteren Auskleidung einer Drittelschale kann deshalb ein größerer wasserführender Bereich mit einer abriebfesten keramischen Oberfläche versehen werden.
Die Innenseite der Drittelschale ist glasiert und bildet die wasserführende Oberfläche. Die unglasierte Außenseite wird in den vorbereiteten Gerinneaufbau eingebunden. Auf diese Weise werden die Eigenschaften von Steinzeug gezielt mit einem vorhandenen oder neu hergestellten Betongerinne kombiniert.
Drittel- und Viertelschalen werden beide als Sohlschalen zur Auskleidung von Betongerinnen verwendet. Der wesentliche Unterschied besteht in der Größe der mit Steinzeug geschützten Fläche.
Eine Drittelschale bietet sich daher insbesondere an, wenn die zu erwartende Beanspruchung nicht nur auf den tiefsten Bereich der Sohle begrenzt ist oder eine breitere wasserführende Steinzeugoberfläche vorgesehen werden soll. Soll dagegen hauptsächlich der zentrale Sohlenbereich geschützt werden, kann eine Viertelschale die wirtschaftlichere Lösung darstellen.
Ein typischer Einsatzbereich sind lange, vor Ort hergestellte Betongerinne. Zur Auskleidung werden mehrere Drittelschalen hintereinander entlang des Gerinneverlaufs verlegt. Dadurch kann eine durchgehende keramische Oberfläche über große Gerinnelängen hergestellt werden.
Die Drittelschalen können sowohl bei neu hergestellten Betongerinnen als auch bei der Sanierung bestehender Gerinne eingesetzt werden. Bei Sanierungsmaßnahmen wird der vorhandene Sohlenbereich entsprechend vorbereitet und anschließend mit den Steinzeugschalen neu ausgekleidet.
Besonders bei älteren Gerinnen mit verschlissener Betonoberfläche kann auf diese Weise der beanspruchte wasserführende Bereich dauerhaft mit Steinzeug geschützt werden, ohne das komplette Gerinne erneuern zu müssen.
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